Babbelabend

Ein Artikel der Kinzigtal Nachrichten

Babbelabend

Von allerlei „Gidichdje“ und „Anegkdode“

„Babbelabend“ erfreut sich bei Steinauern großer Beliebtheit

„Vergessd nierd Euüer Modderschbroach“, so rief Hans-Joachim Knobeloch, Vorsitzender des Geschichtsvereins, zu Beginn des Babbelabends dessen Sinn und Zweck in Erinnerung. Zu diesem schönen, traditionellen Brauch, dem „Heiligabend des Katharinenmarkts“ füllte sich die Katharinenkirche mit vielen gutgelaunten Gästen jeden Alters.

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Steinauer Mundart hören und verstehen können auch heutzutage noch viele Bewohner, aber wenn es darum geht, nach altem Brauch zu schwätzen, scheiden sich die Geister: die älteren Leute vergnügen sich daran nach Herzenslust, die Jüngeren sperren höchstens neugierig die Ohren auf. Zu einer heiteren Hommage an die Mundart gelang der Babbelabend auch in diesem Jahr. Man wolle dem Steinauer Gebabbel mit diesem Abend ein Denkmal setzen, wie Knobeloch in seinem selbst verfassten Mundart-Gedicht hervorhob. Dabei wurde die Stimmung auf die ganz eigene, gemütlich-heimatliche Atmosphäre des Städtchens fokussiert. Zahlreiche kuriose Geschichtchen mit Lokalkolorit kamen so in Mundart zu Gehör.
Die vergnügt lauschenden und lachenden Zuhörer wurden eingebunden: beim gemeinsamen Singen, bei Fragen und Antworten der zahlreichen Vortragenden, welche den Abend gestalteten. Und nicht wenige der „Neubürger“ wurden animiert, sich mit dieser netten Mundart näher zu beschäftigen. Dazu angetan war beispielsweise der „Mundard-Midmachönnerrichd“ des Conferenciers Heinrich Müller. Wie eine Konfirmation vor 60 Jahren von statten ging, erläuterte Brigitte Adrian. Marieluise Noll pries das „Schwemmboad“ an, welches besonders von Weitgereisten geschätzt werde.

Über „Ebbes neuues üwern Schdeänerer Weih-Obau“ hatte Hans-Joachim Knobeloch einiges zu verkünden, wobei er auf einen Neuanfang der Steinauer Weingeschichte einging, auch über mögliche, spätere Einkünfte spekulierte und die viele Arbeit am Weinberg herausstellte. Über „Schdeänerer Momende“ plauderte Udo Pauli. Peter Ommert hatte „Anegkdode aus Marjoß“ herausgesucht. „Gidichdje“ zu gemeinsamen Liedern trug Fritz Rüttger vor. Mit „Schdeänderer Geschwäzz“ unterhielten Frank Amend, Koni Merz und Heinrich Müller. Über einen Besuch „beim Dogder“ führten Marieluise Noll, Fritz Rüttger und Sepp Syllwasschy einen Sketch vor. Eine „Dourfzeidung“ von Bellings stellte Elfriede Kreß vor. Gediegenen, musikalischen Rahmen bot das Septett aus Sängern und Musikern mit Liedern in Mundart, zum Teil mit unzähligen Strophen. Abschließend dankte der Vorsitzende allen, „die midgemoachd hoo“.

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