Gründungsstunde der Steinauer Weinbruderschaft

1670

Während der Amtszeit des von den Grafen zu Hanau eingesetzten Amtmannes Joachim des Palis de la Molière, wurde dieser verschiedenster Vergehen bezichtigt.

So habe es u.a. durch seine Schuld wegen übler Verwaltung des Weinschanks wenig Profit gegeben, so dass in Steinau an Reparaturen von städtischen Häusern, Mauern und Straßenpflaster gespart werden und man sich deswegen vor den Durchreisenden schämen musste. 

wpc92657df_01_1aDer Hofrichter klagt, dass obwohl dem Amtmann in seiner Instruktion das Kloster Schlüchtern zu schützen anbefohlen worden sei, habe er die dem Kloster zugehörige „Verlegung des Bannweins“ an sich gezogen (Einlagerung und Vertrieb von Wein). In Schlüchtern und Hintersteinau habe der Amtmann 6 Fuder Wein auszapfen lassen und dadurch ca. 200 Gulden reinen Gewinn gezogen. Alle diese Angaben könnten durch Eid bekräftigt werden.

Zehn mutige Weingartenbesitzer aus Steinau bekundeten, dass sie ihre Weingärten aufgeben mussten, weil sie vom Vieh des Amtmanns durch Abhüten gänzlich verdorben wurden. Den Zins und „die Schuldigkeit“ mussten sie aber dennoch weiter davon geben.

Auch den Weinberg des Leonhard Fechter, von dem er der Almosenpflege jährlich 1 Reichstaler geben musste, hätten des Amtmanns Schafe verdorben.

Im Lochfeld und unter den Weinbergen seien zum Zweck des Abhütens einige Marksteine ausgegraben und „alle Felder übern Hauffen“ zusammengelegt worden. Der Amtmann ließe die Felder schnell umzackern, damit man nicht mehr feststellen könnte, wo sie angefangen und aufgehört haben.

wpb0df23fc_01_1aDie Regierung von Hanau entließ u.a. aufgrund der mutigen Aussagen der Steinauer Weingärtner den Amtmann des Palis. Sie setzte ein Exekutionskommando von 1 Offizier und 4 „Musketierer“ in sein Haus und befahl, dass niemand mehr dem „gewesenen Amtmann“ zu gehorchen brauche.

Der Keller Jacobi musste ein Verzeichnis über das pfändbare Vermögen des abgesetzten Amtmanns aufstellen und vermerkte u.a. als höchsten geldwerten Posten Wein im Wert von 350 Gulden.


Auch den Weinberg des Leonhard Fechter, von dem er der Almosenpflege jährlich 1 Reichstaler geben musste, hätten des Amtmanns Schafe verdorben.

Im Lochfeld und unter den Weinbergen seien zum Zweck des Abhütens einige Marksteine ausgegraben und „alle Felder übern Hauffen“ zusammengelegt worden. Der Amtmann ließe die Felder schnell umzackern, damit man nicht mehr feststellen könnte, wo sie angefangen und aufgehört haben.

Die Regierung von Hanau entließ u.a. aufgrund der mutigen Aussagen der Steinauer Weingärtner den Amtmann des Palis. Sie setzte ein Exekutionskommando von 1 Offizier und 4 „Musketierer“ in sein Haus und befahl, dass niemand mehr dem „gewesenen Amtmann“ zu gehorchen brauche.

Der Keller Jacobi musste ein Verzeichnis über das pfändbare Vermögen des abgesetzten Amtmanns aufstellen und vermerkte u.a. als höchsten geldwerten Posten Wein im Wert von 350 Gulden.